125 Jahre KGA Familiengärten
[1893 - 2018]

Im Jahre 1893 gründete sich der "Verein für gesundheitliche Erziehung der Jugend".

Der Verein hatte zunächst nichts mit der Existenz einer Kleingartenanlage gemein. Er sah seine Aufgabe darin, die gesundheitsgemäße Erziehung der Jugend in den Vordergrund zu stellen, begründet durch die schlechten städtehygienischen Bedingungen in Berlin. Man ging bei der Realisierung dieser Zielstellung von der Tatsache aus, dass Licht, Luft und Wasser die besten und billigsten Ärzte sind und zur gesunden Entwicklung beitragen. Regelmäßiges Spielen und Turnen sollte im körperlichen wie auch im seelischen Bereich ein entscheidender Faktor für die allseitige und gesunde Entwicklung der Kinder und der Jugend werden. Für dieses moderne Denken einiger Intellektueller, können wir uns 120 Jahre später nur bedanken.

Unsere Mitglieder können an Hauptversammlungen und Veranstaltungen des Vereins teilnehmen, dort ihr Stimmrecht ausüben und sich unabhängig davon in Vereinsangelegenheiten an den Vorstand wenden.

Auf der Generalversammlung am 21.2.1907 wurde aus den Erfahrungen der letzten Jahre eine entscheidende Notwendigkeit  erkennbar, für den Verein muss Land her! Es erfolgte diesbezüglich ein Umdenken der Mitglieder und der Funktionäre. Zwei wichtige Anträge wurden zur Abstimmung gebracht und angenommen.

1. Die Pachtung eines Geländes als "Gartenplatz" und
2. Die Umbenennung des Vereins in "Familiengärten für die gesundheitsgemäße Erziehung der Jugend".

Das war die Geburtsstunde des "Kleingartenvereins", der den bisherigen Verein in seiner Struktur ablöste und der  bis heute Bestand hat.

Nach dem 2. Weltkrieg war der  Notstand an Wohnraum entsprechend groß. Viele Lauben wurden zu dauerhaften Wohnungen umgebaut, so dass heute noch eine Struktur von Kleingärtnern und kleingärtnerisch nutzenden Dauerbewohnern besteht.

Zur DDR Zeit waren die KGA (Kleingartenanlagen) für alle die, die  aus den engen Großstadt- und Betonplattenwohnungen heraus wollten, eine Alternative. Probleme gab es beim Erwerb einer Parzelle, da die Fluktuation sehr gering war. Das Miteinander in den Anlagen war dementsprechend dauerhafter und herzlicher. Wirtschaftliche Engpässe zwangen zur Gemeinsamkeit und Hilfsbereitschaft.

Nach der Wende wurde durch die Konsumgesellschaft die "Abhängigkeit" von Anderen viel geringer und damit ließ auch die Verbundenheit und Gemütlichkeit nach. Ein dringendes und permanentes Ziel der Vereinsarbeit  muss die Integration und das Verstärken des Zusammengehörigkeitsgefühls  vieler neuer Pächter- Familien in unserer Gartenanlage sein, um die historischen  Ziele der Gründer unserer Anlage nicht völlig aus den Augen zu verlieren.

Wir müssen unsere  Kinder und Jugendlichen wieder an die Schönheit der Natur heranführen, damit sie nicht nur aus der virtuellen Sicht des Computers, das Leben wahrnehmen. Ein Grundsatz für Gartenfreunde aller Kleingartenanlagen sollte sein: "Ein bisschen mehr wir und weniger ich". Mit dieser Bitte  wünsche ich uns und allen anderen Kleingartenanlagen ein langes Bestehen. Ein Dank soll hiermit an alle Funktionäre gehen. Von der kleinsten Hilfe Einzelner bis hin zum Gartenvorstand. Nur mit der Unterstützung aller Kleingärtner und der Politiker wird es möglich sein, den Erhalt der Kleingärten zu sichern.

Vereinschronik von 1945 bis 1958 

Die Chronik wurde von Ingrid Hanisch erstellt und kann hier als PDF-Datei geladen werden.

Vereinschronik Familiengaerten.pdf
Download

Inhalt:

1. Vorstand und Mitglieder
2. Finanzpolitik
3. Sozial-Kultur
4. Gartenkultur
5. Gemeinschaftsarbeit
6. Mangel-Wirtschaft
7. Konflikte
8. Politik